Eishockey in München

Eishockey wurde erstmals in München um 1900 beim MTV 1879 auf dem Kleinhesseloher See im Englischen Garten gespielt. Nach mehreren Vizemeistertitel konnte der MTV 1879 im Jahr 1922 erstmals die deutsche Meisterschaft gewinnen.

1923 wurde in Garmisch Partenkirchen der SC Riessersee gegründet. Dies hatte zur Folge das die meisten Spieler aus München nach Garmisch wechselten. Der SC Riessersee wurde als "Heimverein" in München genannt und trug Mitte der Zwanziger Jahre seine Heimspiele vor rd. 5.000 Zuschauern in dem Prinzregentenstadion aus.  1949 tauchte in München mit dem SC München ein neuer Eishockeyverein auf, der es fast geschafft hätte in die damals höchste Spielklasse aufzusteigen.

Bis zum Einstieg des F.C. Bayern München im Jahr 1966 in den Eishockeysport mühten sich der MEV München wenig erfolgreich in der höchsten deutschen Liga ab.
(Damalige Stars des F.C.Bayern München 1967 - Trainer Dr. Jano Starsi, Hans Huber, Michael Mauer, Peter Maus, Leonhard Waitl)



Nach einem Umbau des Prinzregentstadions wurde im Februar 1967 die Eishalle am Oberwiesenfeld eröffnet und der F.C. Bayern trug dort seine Heimspiele aus. In der höchsten Spielklasse konnte sich der FC Bayern allerdings nur jeweils knapp in der Liga halten und somit war die Konsequenz, dass der Manager Robert Schwan für geschätzte 350.000 Mark die komplette Eishockeyabteilung inkl. Ausrüstung nach Augsburg verkaufte. Kurz darauf wurde der EHC 70 gegründet und schaffte es innerhalb von 11 Jahren den Durchmarsch bis in die Bundesliga bis der Verein im Jahr 1982 den Konkurs anmelden musste.

(Damalige Stars des EHC 70 Saison 1981 - Trainer Seppo Litsola, Georg Kink, Klaus Mangold, Walter Stadler, Max Fedra, Dieter Medicus, Josef Schlickenrieder)

Nach der Pleite des EHC 70 wurde der EC Hedos München gegründet und mit Spielertrainer Jiri Kochta gelang der mühelose Durchmarsch über die Landes- und Bayernliga. Im Jahr 1989 gelang dann der Aufstieg in die Eishockey Bundesliga. 1992/1993 verstärkte sich der EC Hedos mit den namhaften Spielern Dieter Hegen, Gerd Truntschka, Karl Friesen, Raimond Hilger und Georg Franz. Eine Saison später war es dann nach über 72 Jahren in München wieder soweit dass die deutsche Meisterschaft an der Isar gefeirt wurde.

(Die Meistermannschaft von 1994 - Trainer Hardy Nilsson, Co-Trainer Pavel Volek, Tobias Abstreiter, Antony Vogel, Wally Schreiber, Andreas Volland, Raner Lutz, Zdenek Travnicek, Ewald Steiger, Dale Derkatch, Gordon Sherven, Jan Benda, Mike Schmidt, Greg Müller, Daniel Kunce, Sergej Schendelew, Christian Lukes, Florian Storf, Peter Zankl, Raimond Hilger, Gerd Truntschka, Georg Franz, Dieter Hegen, Karl Friesen)

Mit der Gründung der DEL im Jahr 1994 wurde in München aus dem EC Hedos die Maddogs aus München, doch bereits 3 Monate später zogen sich die "verrückten Hunde" wieder aus der DEL zurück.

Durch den K.O. der Maddogs übernahm der ESC München 1995 das Münchener Eishockey und spielte sich bis 1998 bis in die Regionalliga Süd.

1999 startete die Anschütz Group mit der Lizenz aus Landshut in München den zweiten Versuch mit einem Team Namens "Munich Barons" in der DEL Fuß zu fassen. Es wurde viel Geld in hervorragende Spieler investiert und bereits in der ersten Saison gelang sensationell der Gewinn der deutschen Meisterschaft.



(Die Meistermannschaft von 2000 - Trainer Sean Simpson, Phil Huber, Svend Wiele, Peter Abstreiter, Pelle Svensson, Chrstian Künast, Hans Lodin, Chris Luongo, Markus Jocher, Mike Kennedy, Shane Peacock, Jason Herter, Kent Fearns, Bob Joyce, Peter Druris, Bob Sweeney, Mike Casselman)

Im fünften Halbfinalspiel 2002 gegen den späteren deutschen Meister aus Köln, welches mit 1:2 nach Penaltyschiessen verloren ging, beschloss die Anschütz Group die Münchner Eishockeyabteilung nach Hamburg zu verlagern und somit kam das Aus für das Münchner Eishockey.


Mit dem HC98 und dem späteren EHC München begann im Jahr 2002 der erneute Angriff auf die Eishockeyspitze in Deutschland. Der EHC München konnte bis zur Saison 2006 durch die unteren Ligen bis zur 2. Eishockey Bundesliga aufsteigern. In der Saison 2008/2009 konnte der Vizemeistertitel erreicht werden. Ein Jahr später gelang der Gewinn des DEB Pokals sowie der Zweitligameisterschaft im Endspiel gegen den Favoriten Schwenninger Wild Wings.


Durch den sportlichen Erfolg war die Teilnahme an der DEL möglich, doch diese wurde durch ein langes Warten und verschiedenen Auseiandersetzungen mit der DEL für alle Beteiligten erschwert. Zum Schluss war es aber dann endlich wieder so weit und seit der Saison 2010/2011 gibt es in München mit dem EHC wieder.



ERSTKLASSIGES EISHOCKEY

Die erste Saison im Eishockeyoberhaus konnte der Aufsteiger sensationell mit dem Erreichen der Pre-Playoffs abschliessen. Der EHC München ist der erste Aufsteiger in der Geschichte der DEL, dem dies gelungen ist. Die Pre-Playoffspiele gegen die Kölner Haie wurden beide nur sehr knapp verloren. Beim ersten Aufeinandertreffen der beiden mussten drei Verlängerungen gespielt werden, bevor Philip Gogulla das drittlängste DEL Spiel der Geschichte entschied. Unvergessen ist in dieser Saison auch der Penaltykrimi gegen Straubing. Insgesamt wurden 42 Penaltys geschossen. Dieser Rekord wurde im Guiness Buch der Rekorde eingetragen.

Nach einer zweiten durchwachsenen DEL Saison, in der das Erreichen der Playoffs leider kurz vor Ende der regulären Spielzeit nicht möglich war stand der Münchner Eishockey Club erneut vor dem finanziellen Aus und verhandelte bereits aktiv mit den Schwenninger Wild Wings über einen Lizenzverkauf.

Wortwörlich "kurz vor Zwölf" wurde Red Bull als neuer Haupt- und Namenssponsor vorgestellt und somit wird es in München weiterhin DEL Eishockey geben.  Die neue Bezeichnung des DEL Clubs lautet "EHC Red Bull München". Unter der Federführung von Erfolgscoach Don Jackson, der Pierre Page in München ablöste gelang es in der Saison 2015/2016 die Deutsche Meisterschaft in die Landeshauptstadt nach München zu holen.

(Die Meistermannschaft 2015/2016: Lukas Lang, Daniel aus den Birken, Ilya Sharipov, David Leggio; Jeremy Dehner, Daryl Boyle, John Rogl, Konrad Abeltshauser, Anton Söderholn, Matthew Smaby, Frederic St.Denis, Richard Regehr, Florian Kettemer, Kai Herpich; Keith Aucoin, Mads Christensen, Michael Wolf, Steven Pinizzotto, Jason Jaffray, Jerôme Samson, Tobias Wörle, Tobias Eder, Dominik Kahun, Frank Mauer, Yannic Seidenberg, Daniel Sparre, Ulrich Maurer, Joachim Ramoser, Maximilian Kastner, Andreas Eder. Coach: Donald-Clinton Jackson)